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Wissenschaft

Der Wandel im Hochschulsport: Ein Gespräch mit Thore Eilers

Thore Eilers leitet den Hochschulsport der Universität Vechta und setzt sich für mehr Sport, Raum und Gemeinschaft ein. Ein Blick auf seine Visionen und Herausforderungen.

vonMaximilian Braun15. Juni 20263 Min Lesezeit

In einem der rosaroten Sessel der alten Universitätsbibliothek sitzend, beobachtete ich, wie eine Gruppe von Studierenden aktiv in ein Spiel verwickelt war. Es war nicht das übliche Fußballspiel, das man oft auf dem Campus erwartet, sondern ein lebhaftes Spiel mit einem vielversprechenden Namen: Spikeball. Die Freude in ihren Gesichtern, die angeregte Kommunikation und das Lachen – es war ein Moment, der die grundlegendere Frage aufwarf, was der Hochschulsport eigentlich bewirken kann.

Ich hatte das Vergnügen, Thore Eilers zu treffen, den neuen Leiter des Hochschulsports an der Universität Vechta. Eilers, ein Mann mit einer ruhigen Präsenz und einem unerschütterlichen Lächeln, hat sich der Aufgabe verschrieben, den Hochschulsport nicht nur auszubauen, sondern ihn auch auf ein neues Niveau der Gemeinschaft und des Miteinanders zu heben. Wenn man ihn spricht, wird schnell klar, dass seine Vision weit über das bloße Anbieten von Sportmöglichkeiten hinausgeht.

„Es geht um mehr Raum“, sagt er, während er auf die angrenzenden Sportanlagen zeigt, die derzeit nicht in vollem Umfang genutzt werden. „Nicht nur physisch, sondern auch im Sinne von Gemeinschaft“, fügt er mit einem leichten Schmunzeln hinzu. Es klingt fast poetisch, wenn Eilers davon spricht, wie wichtig es sei, Räume zu schaffen, in denen Studierende nicht nur Sport treiben, sondern auch miteinander interagieren, Freundschaften schließen und ein Gefühl der Zugehörigkeit entwickeln können.

In einer Zeit, in der viele Universitäten mit dem Problem der Isolation unter Studierenden kämpfen, glaubt Eilers, dass Sport eine entscheidende Rolle spielt. Er erinnert sich an seine eigene Studienzeit und wie wichtig es für ihn war, Teil eines Teams zu sein, eines Kreises, in dem jeder zählt und sich wertgeschätzt fühlt. „Der Hochschulsport sollte kein elitärer Bereich sein“, sagt er nachdrücklich. „Wir wollen die Vielfalt der Interessen und Fähigkeiten fördern.“

Kürzlich hat er einige Initiativen ins Leben gerufen, um genau das zu erreichen. Von inklusiven Sportveranstaltungen bis hin zu neuen, innovativen Sportarten, die das Interesse einer breiteren Zielgruppe wecken sollen. „Wir haben die Verantwortung, allen Studierenden einen Zugang zu ermöglichen“, so Eilers. In diesem Sinne ist die Einführung von Sportarten wie Yoga und Pilates ein bewusster Schritt, die Barrieren abzubauen, die oft mit traditionellen Sportarten verbunden sind.

Mir fiel auf, dass Eilers eine besonders aufmerksame Art hat, zuzuhören, während er seine Ideen teilt. Er spricht nicht nur von den Sportarten selbst, sondern auch von den Menschen, die sie ausüben. „Wir müssen sicherstellen, dass jede/r die Möglichkeit hat, aktiv zu sein und sich in die Gemeinschaft einzubringen“, erklärt er und betont, dass das Engagement der Studierenden im Hochschulsport nicht nur von der Teilnahme abhängt, sondern auch von der Mitsprache und dem Einfluss auf die angebotenen Programme.

Als er von der angestrebten Erhöhung der Anzahl der Sportangebote, der Förderung von Workshops und der Planung von Sportevents erzählt, wird seine Begeisterung spürbar. „Wir wollen eine lebendige Campus-Kultur fördern, die die Menschen zusammenbringt“, sagt er mit einer Überzeugung, die ansteckend wirkt. Ich kann nicht anders, als seine Vision als ein ruhiges Bekenntnis zum Gemeinschaftsgeist zu empfinden.

Natürlich stößt Eilers auch auf Herausforderungen. Die Schaffung von mehr Raum – sowohl für Sport als auch für Gemeinschaft – erfordert nicht nur die Unterstützung der Universität, sondern auch das Engagement der Studierenden selbst. Er spricht von den Schwierigkeiten, alle Interessen und Bedürfnisse zu berücksichtigen, und von der Notwendigkeit, das Bewusstsein für die Bedeutung des Hochschulsports zu schärfen.

In einem Moment des Nachdenkens schaut er aus dem Fenster der Bibliothek, während die Nachmittagssonne die Bäume auf dem Campus beleuchtet. „Wir brauchen mehr als nur Raum für Sport. Wir brauchen Räume für Begegnungen, für Dialoge und für die Entwicklung von Beziehungen“, sagt er und ich kann nicht anders, als ihm zuzustimmen.

Die Universität Vechta hat mit Eilers einen Leiter des Hochschulsports gewonnen, der nicht nur Sportangebote erweitern möchte, sondern auch das Gefüge der Gemeinschaft der Studierenden stärken möchte. Die kommenden Monate werden zeigen, ob seine Visionen wahr werden können, und ob die Studierenden darauf reagieren werden, sich von einem Moment des Spielens zu einem langfristigen Engagement in der Gemeinschaft zu bewegen.

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